Klarheit über die Lebensziele

DartsLebensplanung – machst Du so etwas? Oder ist Dein Leben eine Folge von zufälligen Entscheidungen und Entwicklungen?

Die entscheidende Frage ist, welches Ziel eine Lebensplanung hat. Vielleicht das Ziel eines kleinen Häuschens im Grünen – oder finanzielle Unabhängigkeit. Oder mit 55 in den Ruhestand zu gehen.

Die Australierin Bronnie Ware hat gelernt, dass keines von diesen Zielen nachhaltig glücklich macht, wenn man sie erreicht. Als Pflegerin hat sie jahrelang Todkranke bis zu deren letzten Atemzug begleitet. In vielen intensiven Gesprächen vertrauten die Todkranken ihr an, was sie in ihrem Leben am meisten bereuen. Und das hat nichts mit finanzieller Unabhängigkeit zu tun:

  • Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben.
  • Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.
  • Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken.
  • Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten.
  • Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein.

Lebensziele sind keine Fähigkeiten, die sich jemand aneignen kann. Es handelt sich vielmehr um unsere ganz persönlichen Antworten auf die Frage nach dem Sinn unseres Lebens.

Wenn Du Deine Lebensziele bewusst hast, kannst Du Dein Handeln danach ausrichten wie nach einem inneren Kompass. Und dann macht Lebensplanung Sinn, weil die große Richtung klar ist.

So kannst Du Dich Deinen Lebenszielen nähern

Es gibt eine Übung die heißt „Grabrede“. Auch wenn es Dir vielleicht seltsam oder morbide vorkommt:

Schreib einfach mal Deine eigene, fiktive Grabrede auf.

Das zu tun heißt eine so ungewohnte Perspektive einzunehmen, dass Du bestimmt spannende Erkenntnis über dich selber haben wirst.

Die folgenden Fragen können Dir zum Erstellen Deiner Grabrede Anhaltspunkte geben. Nimm dazu an, Dein Leben würde sich weiter so entwickeln, wie es jetzt absehbar ist.

  • Für wen oder wozu ist es gut, dass Du gelebt hast?
  • Welche Fußspuren wirst Du hinterlassen haben, wenn Du nicht mehr bist?
  • Was werden Dein Partner, enge Freunde, Deine Kinder oder Geschwister über Dich erzählen?
  • Wird es etwas geben, was Du am Lebensende bereuen wirst, weil Du es nicht getan hast?
  • Wenn Du Dein Leben am Lebensende rückblickend betrachtest: Worauf wirst Du  besonders stolz sein? Was hat Dich in einem besonderen Maße glücklich gemacht?

Lass Deine Grabrede einen Moment auf Dich wirken. Bist Du zufrieden?

Wenn nicht, dann passe Deine Grabrede solange an, bis Du zu 100 % damit zufrieden bist. Was müsstest du im Leben verändern, damit diese zweite Version Deiner Grabrede wahr wird?

Nachdem Du Deine Grabrede ein paar Tage hast „sacken“ lassen bist du vielleicht in der Lage – abgeleitet aus den Erkenntnisse dieser Übung – deine Lebensziele zu formulieren und aufzuschreiben.


Zu dem Thema Lebensziele habe ich viele Zitate gefunden, die ausgezeichnet ausdrücken, worum es geht. Hier sind meine Highlights:

Die meisten Menschen planen ihr Leben weniger als einen vierzehntägigen Erholungsurlaub.

Der Mensch ist ein zielstrebiges Wesen, aber meistens strebt es zu viel und zielt zu wenig.

Wer nicht weiß, wo er hin will, muss sich nicht wundern, wenn er ganz woanders ankommt.


Bild Klaus HeywinkelÜber Klaus Heywinkel

Ich bin Vater, Multiprojektsteuerer, Autor, Trainer und Coach. Was mich antreibt: Praxistaugliche Ideen entwickeln - damit Du mehr Zeit für Dich findest.