Zeitkünstlerformat (1) – Werte

Mit diesem Artikel zu Werten lesen Sie den ersten von sechs Bausteinen des Zeitkünstlerformats. Dieses Format beschreibt einen Prozess, der Sie Schritt für Schritt zu neuen Erkenntnissen führt, wie Sie Stress in Ihrem Leben reduzieren können. Die weiteren fünf Schritte werden in den kommenden Beiträgen beschrieben. Jeder Beitrag ist eine abgeschlossene Einheit mit einer Anleitung, wie Sie diesen Prozessschritt mit etwas Ruhe einfach zu Hause durchführen können.

Werte
Haben Sie sich schon einmal explizit Gedanken darüber gemacht, was Ihnen wirklich wichtig ist? Kennen Sie Ihre Werte? Werte sind die elementaren Richtlinien, mit denen wir Situationen und Verhalten bewerten. Sie leiten unser gesamtes Handeln und sind wichtige Persönlichkeitsmerkmale. Wir werden immer bestrebt sein uns so zu verhalten, dass unsere Werte gelebt werden. Wenn z.B. für jemanden Pünktlichkeit ein wichtiger Wert ist, wird er selber immer bemüht sein, zu Verabredungen pünktlich zu erscheinen. Und vermutlich wird dieser jemand sauer, wenn andere zu Verabredungen zu spät kommen.

Wenn wichtige Werte dauerhaft nicht gelebt werden können, führt das wahrscheinlich über kurz oder lang zu Unzufriedenheit.

Was haben Werte mit einem entspannten Umgang mit Zeit zu tun?
Die Entdeckung oder Bewusstwerdung der eigenen Werte ist ein erster, wichtiger Schritt, um sich den Antworten auf die zentrale Frage zu nähern:

Welche Aufgaben oder Rollen im Leben könnten Sie am ehesten weglassen, ohne Ihre wichtigen Werte in Frage zu stellen?

Hier sind wir am zentralen Punkt des strategischen Zeitmanagements angekommen. Es geht darum, die richtigen Dinge zu tun – und weniger darum, die Dinge richtig zu tun. Weglassen, was weg kann – anstatt die eigene Effizienz zu perfektionieren, um alles auf die Reihe zu bekommen.

Haben Sie Lust, auf Entdeckungsreise zu gehen und Ihre Werte zu erkunden? Dann nehmen Sie sich eine ruhige halbe Stunde Zeit und gehen Sie folgende Schritte durch:

  1. Laden Sie hier eine Beispielliste mit häufig genannten Werten herunter. Damit haben Sie schon mal eine gute Basis und sparen sich die Zeit, alles aufzuschreiben. Am besten drucken Sie die Liste aus.
  2. Die Liste ist für Sie vermutlich nicht vollständig. Ergänzen Sie Werte, die aus Ihrer Sicht fehlen.
  3. Markieren Sie in einem ersten Bewertungsgang alle Werte mit einem Sternchen, die zu Ihnen passen oder zu denen Sie uneingeschränkt „ja!“ sagen. Einige Werte sind aus Ihrer Sicht vielleicht mehrfach beschrieben – nur mit unterschiedlichen Begriffen. Nehmen Sie in dem Fall den Wert nur einmal auf – und zwar mit dem Begriff, der aus Ihrer Sicht am besten zu Ihnen passt.
  4. Nach meiner Erfahrung werden eine Menge Werte ein Sternchen erhalten – möglicherweise mehr als die Hälfte. Deswegen markieren Sie in einem zweiten Bewertungsgang alle Werte mit einem weiteren Sternchen, die für Sie eine besondere Bedeutung haben.
  5. Selektieren Sie von den Werten mit zwei Sternen in einem weiteren Bewertungsdurchlauf die Werte, die wichtiger sind als andere Werte mit zwei Sternen.
  6. Ziel ist es, dass am Ende eine Auswahl von sechs Werten übrig bleibt, die für Sie eine herausragende Bedeutung haben. Wiederholen Sie also so lange die Bewertungsdurchgänge aus Schritt 5, bis sechs Werte die meisten Sternchen bekommen haben.

Was können Sie nun mit dieser Liste von sechs wichtigsten Werten anfangen?

Bei der Übung im nächsten Artikel wird es um Ihre Handlungsanweisungen zu den sechs Werten Ihrer Liste gehen. Und wir werden am Ende des Prozesses – im sechsten Prozessschritt des Zeitkünstlerformats – eine strukturierte Bestandsaufnahme Ihres täglichen Handelns und Ihrer Rollen aufstellen. Ihre sechs wichtigsten Werte können Sie dann nutzen um zu bewerten, in welchem Maße das, wofür Sie Ihre Zeit einsetzen, zu Ihren Werten passt.

Und vielleicht ist es für Sie auch spannend, wenn Sie sich selbst im Alltag beobachten und herausfinden, wie sich konkret Ihre Werte auf Ihr Handeln auswirken.

Zum Nachschlagen – die Links zu den anderen Beiträgen der Reihe

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